Jaguar XJ – Der große Schnitt?

Am Donnerstag (09.07.2009) war es soweit. Die Traditionsmarke Jaguar präsentierte den neuen XJ in London. Mit dem neuen Modell vollführen die Briten einen radikalen Schnitt und werfen Traditionen über Bord.

Mit den klassischen XJ-Modellen hat der neue so gut wie nichts mehr gemein. Die britische Luxusmarke bringt ein völlig neues Auto auf den Markt.

Dabei ist das Erscheinungsbild ein „Radikaler Bruch mit traditionellem britischen Design“(FAZ.net, 10.Juli 2009).

Der neue Jaguar XJ kommt mit der Form eines Coupe daher.

Jaguar XJ altes Modell © flickr.com / lander2006

Die Linienführung orientiert sich am XF. Und an der Front ist auch noch ein Rest klassischer Jaguar zu erkennen. Hier prangt auch der groß geratene Grill.

Von der Seite zeigt sich die sehr flache Silhouette. Das Heck ist vollkommen anders, als bei bisherigen Jaguarmodellen. So beginnt die Kofferraumklappe schon im Dachbogen. Dessen sanft auslaufenden Linien wurden bis zum Stoßfänger gezogen.

Sehr interessant sind die vertikalen LED-Heckleuchten. Sie ziehen sich weit in die Oberseite der Kotflügel.

Vollkommen verändert zeigt sich auch der Innenraum der Limousine.

Trotz kaum gewachsener Außenmaße und Coupelinie soll der neue XJ ein großzügiges Platzangebot bieten. Immerhin stellt er mit seinem 520 Liter Kofferraum einen Jaguarinternen Rekord auf.

Das Cockpit ist stärker auf den Fahrer zugeschnitten und die Instrumente werden virtuell dargestellt.

Die Ausstattung des XJ hat es in sich.

Nicht nur das Glasschiebdach gehört zu allen XJ-Varianten. Auch Xenonscheinwerfer, Kurvenlicht, Abstandsregelung und einiges mehr sind Serie.

Natürlich fehlt es auch nicht en edlen Hölzern und Lederausstattung im Inneren.

Diese Vollausstattung hat aber ihren Preis. So steigt das Niveau für das Einstiegsmodell von bisher knapp 70000 Euro auf zirka 77000 Euro.

Die Motorenpalette besteht aus drei Benzinern, mit 385PS bis 510Ps und einem Dieselaggregat mit 275PS. Die Motoren sind allesamt neu oder modifiziert und bringen mehr Leistung bei weniger Verbrauch.

Geblieben ist dem XJ der traditionelle Heckantrieb.

Ein Hybridantrieb soll möglichst bis zu den Olympischen Spielen 2012 in London serienreif sein.

Ein Ausrufezeichen hat die britische Traditionsmarke mit dem XJ sicher gesetzt. Aber das Fahrzeug, besonders das Design, wird noch für Kontroversen sorgen. Und die Frage, ob das noch ein Jaguar ist, wird nicht ausbleiben.

Auf der kommenden IAA kann man sich den XJ mal näher zu Gemüte führen.